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Meine Reise startete am 14.01.2026 mit einer zehnstündigen Zugfahrt, auf welcher ich den Kölner Dom und ein wenig von Brüssel sehen konnte. Am Bahnhof in Le Mans wurde ich schließlich sehr nett und offen von meiner Gastmutter Laurence und meiner correspondante Louise in Empfang genommen. Nach etwa 30 Minuten Autofahrt kamen wir im kleinen Dorf La Quinte an und aßen gemeinsam mit dem Vater und dem großen Bruder zu Abend. Wie ich schnell merkte, dauert ein Abendessen in der französischen Kultur deutlich länger und besteht immer aus drei Gängen. Am Ende des Tages bin ich einfach total fertig ins Bett gefallen und habe geschlafen.

Am nächsten Tag ging es direkt zur Schule nach Sillé-le-Guillaume, die man in etwa 30 Minuten mit dem Bus erreicht. Die ersten beiden Unterrichtsstunden, die in Frankreich 55 Minuten dauern, zeigte uns die Erasmus-Organisatorin Laura – unsere spätere Ansprechpartnerin – die Schule. Sie sieht ganz anders aus als in Paderborn: Es werden viele Farben genutzt und das gesamte Gelände ist umzäunt. Insgesamt verlief der erste Schultag sehr entspannt, und alle waren offen für Fragen. Da die Schule auf einem Berg liegt und das Dorf unten, ist es fast unmöglich, sich in der Stadt umzusehen. Nach dem langen Schultag fährt der Bus um 17 Uhr zurück, und ich wollte einfach nur noch schlafen.

Die erste halbe Woche verging sehr schnell, und schon stand das Wochenende vor der Tür. Ich lernte die beiden Schwestern von Louise kennen, Claire und Lucie. Beide waren sehr freundlich und hatten viele Fragen über Deutschland – und ich natürlich über Frankreich und seine Kultur.

Das Wochenende war außerdem geprägt von viel Schlaf, da ich mich an das frühe Aufstehen und das späte Schulende gewöhnen musste, was mich ziemlich ausgelaugt hat.

So begann meine erste vollständige Schulwoche in Frankreich – und gleichzeitig mein Geburtstag. Der Montag ist einer der vollsten Tage hier. An diesem Tag lernten Ferdinand und ich zwei gute Freunde kennen: Mateo und Ewen, beide 17, sehr nett und lustig. Den Tag beendete ich mit meinem ersten Besuch im Fitnessstudio in Frankreich, zusammen mit Ferdinand. Am Abend ging ich mit meiner Gastfamilie in ein Restaurant, wo wir einen sehr schönen Abend hatten.

Am Dienstag folgte das erste Gespräch mit Frau Wiese, bei dem mir auffiel, dass es hier wirklich keinerlei Probleme gibt und alles sehr gut läuft.

Am Mittwoch ist hier immer nur bis 12 Uhr Schule, also fuhren wir danach nach Le Mans zum Schlittschuhlaufen. Dort konnte ich auch die Kirche von Le Mans besichtigen.

Der Rest der Woche verlief eher ruhig. Die Familie blieb weiterhin sehr nett, und wir haben viel gespielt und gelacht. Am Wochenende fuhr ich mit dem Bruder nach Le Mans, um ein paar Dinge zu besorgen – besonders im Intersport, der deutlich größer ist als in Deutschland und Winterrabatte hatte. Am Sonntag kam die Familie zu Besuch und brachte selbstgemachte Crêpes mit, die sehr gut schmeckten.

In der nächsten Woche fuhren Ferdinand, Louise, ihr Bruder und ich am Mittwoch erneut nach Le Mans, um ein wenig shoppen zu gehen.

Am Wochenende stand dann die lang ersehnte Fahrt nach Paris an. Um 7:30 Uhr fuhr der Bus los, und nach drei Stunden erreichten wir endlich Paris. Wir nahmen die erste Métro zum Museum Grévin, das sehr lebensechte Wachsfiguren verschiedener Prominenter zeigt – das hat mich wirklich beeindruckt. Danach gingen wir essen, um uns für die nächsten Stunden zu stärken. Anschließend besuchten wir ein großes Einkaufszentrum, das allerdings deutlich über meiner Preisklasse lag.

Danach ging es weiter zum Arc de Triomphe, der am Ende der Champs-Élysées beeindruckend in die Höhe ragt. Wir liefen die berühmte Straße hinunter und besuchten einige Läden, bevor wir eine Bootstour auf der Seine machten.

Die Bootstour bot eine großartige Sicht auf viele Sehenswürdigkeiten von Paris, darunter das Louvre, den Eiffelturm und die Kirche Notre-Dame. Insgesamt waren wir eine Stunde auf der Seine unterwegs, was ich sehr genossen habe – auch als kleine Pause vom vielen Laufen. Als es dunkel wurde, gingen wir zum Louvre, der wunderschön beleuchtet war. Von dort aus konnten wir bereits den hell erleuchteten Eiffelturm sehen, was unsere Vorfreude noch steigerte.

Mit dem Bus fuhren wir anschließend 20 Minuten weiter, um das berühmte Flimmern des Eiffelturms zu sehen – ein wirklich beeindruckender Moment. Wir gingen noch unter den Eiffelturm und konnten sehen, wie imposant er aus der Nähe wirkt. Danach suchten wir etwas zu essen und landeten schließlich bei Five Guys, wo wir viel lachten. Um 22:30 Uhr nahmen wir den Bus zurück nach Le Mans. Wir schliefen die gesamte Fahrt, weshalb die anschließende Autofahrt umso lustiger war, da alle nur halb wach waren und wir mit lauter Musik durch die Straßen fuhren. Am Ende brachten wir Ferdinand nach Hause und fielen selbst nur noch ins Bett.

Alles in allem waren meine ersten zweieinhalb Wochen in Frankreich eine sehr schöne Erfahrung mit vielen neuen Freunden. Ich würde jederzeit wieder hierherfahren. Ich genieße die Zeit sehr, freue mich aber auch darauf, in zwei Wochen meine Familie wiederzusehen und zurück nach Deutschland zu kommen.