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Angestoßen mit (natürlich alkoholfreiem) Sekt wurde am Donnerstag, 27. Januar 2022, am Reismann-Gymnasium. Denn in einer digitalen Feierstunde konnten die Lehrerinnen Anna Berg und Janine Fresta sowie die Schülerinnen Malalei Badri, Jana Hustadt und Jeanne-Alexa Reinhardt von unserem Landrat Christoph Rüther den UGO-Schulpreis entgegennehmen. UGO steht dabei für „Unternehmer-Gruppe-Ostwestfalen-Lippe eV.“. Dies ist ein „breit aufgestelltes Netzwerk, das u.a. die partnerschaftliche Zusammenarbeit wirtschaftsverbundener und gesellschaftlicher Entscheidungsträger bereichert und fördert“ (siehe Internetseite der Unternehmergruppe OWL). Insbesondere erhalten jedes Jahr innovative Schulprojekte eine Förderung der UGO. In diesem Jahr konnte das Reismann-Gymnasium die Jury mit zwei neuartigen Projekten zur Digitalisierung des Unterrichts überzeugen. Beide Projekte entstanden in den Deutschkursen der Einführungsphase (Klasse 10, erstes Jahr in der gymnasialen Oberstufe). Zum einen wurden von den Schülerinnen und Schülern Podcasts zu unterschiedlichen Themen innerhalb der Reihe „Medien und ihr Einfluss auf Sprache und Gesellschaft“ erstellt, zum anderen entstanden kreative Erklärvideos innerhalb der Unterrichtsreihe „Verstehst Du mich? – Im Labyrinth der Kommunikation“ (die Links führen auf Artikel in unserem Neuigkeiten-Archiv).

Die Laudatio hielten Frau Petra Münstermann vom Bildung- und Integrationszentrum des Kreises Paderborn und Herr Thomas Koch (UGO). Beide hoben hervor, dass die eingereichten Projekte des Reismann-Gymnasiums sie sehr beeindruckt hätten. Noch ist unklar, wie das Preisgeld von 750,- Euro verwendet werden soll. Sicher ist aber, dass durch die finanzielle Unterstützung der UGO weitere innovative Projekte ermöglicht werden können. Anna Berg, unsere Koordinatorin des Bereichs Digitalisierung am Reismann-Gymnasium, formulierte gleich schon erste Ideen. Sie dürfen gespannt sein!

Die beiden erfolgreichen Lehrerinnen und drei Schülerinnen aus den Deutsch-Kursen stoßen mit Herrn Rojahn (Schulleiter) an.

Das Reismann-Team wurde bei der Preisverleihung mit Bild und Ton zugeschaltet

Urkunde, Plakette und der Scheck konnten immerhin schon einmal als Bild wahrgenommen werden.

 

Frau Fresta und Frau Berg nehmen letzte Einstellungen vor.

Im eingereichten Antrag finden sich weitere Informationen:

Beschreibung der Projekte

Vor dem Hintergrund der aktuellen Pandemie hat sich die neue Unterrichtsform des Distanzlernens ergeben. Schnell hat sich herausgestellt, dass sich die bewährten Methoden und Strukturen des analogen Unterrichts nicht vollständig übertragen lassen. Die Digitalisierung bietet vor diesem Hintergrund verschiedene Möglichkeiten, die Hürden des Distanzlernens zu überwinden. Der gewählten Methode liegt der Anspruch zu Grunde, „Wege zu einem Wissen zu finden, das nicht gelehrt und zur Kenntnis genommen, sondern eigenständig erlebt worden ist; zu Erfahrungen, die man mit eigenen Händen greifen, mit eigenen Sinnen vollziehen und eigener Aktivität bewältigen kann.“ (Andreas Flitner).

Bei der Erstellung der Videos und Podcast-Folgen erwerben die SchülerInnen vielfältige Kompetenzen sowohl im Bereich der Nutzung und Anwendung von Medien als auch auf der fachlichen Ebene. Gemäß des Prinzips „Lernen durch Lehren“ besteht die Anforderung an die SchülerInnen darin, die Inhalte nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern soweit zu verinnerlichen, dass sie für andere verstehbar gemacht werden. Die ansprechende und bewusste Gestaltung stellt ein weiteres wichtiges Kriterium dar, bei dem die SchülerInnen ihre Gestaltungs- und Medienkompetenzen auf kreative Art und Weise erweitern.

Welche Lernfortschritte lassen sich durch das Projekt bei den Schülerinnen und Schülern beschreiben?

Durch die Projekte haben die SchülerInnen vielfältige Kompetenzen erworben. Diese sind vor allem im Bereich des Umgangs mit Medien zu verorten. Die SchülerInnen lernen nicht nur den Umgang mit spezifischen Programmen kennen, sondern setzen diese auch sinnvoll und kreativ bei der Planung und Realisierung des digitalen Lernproduktes ein. Für die Erklärvideos haben die SchülerInnen PowerPoint oder aber die Legetechnik genutzt. Teilweise wurden noch Jingles bei den Videos eingefügt. Für die Podcasts haben die SchülerInnen mit ihrem Handy Sprachmemos aufgenommen und diese passend geschnitten. Diese wurden dann in einem Padlet zusammengefügt.

Des Weiteren werden auch fachliche Kompetenzen (z.B. Kommunikationsmodelle, Einfluss von Medien auf Sprache und Gesellschaft, Meinungsbildung, Argumentation u.a.) geschult und nachhaltig aufbereitet.

Über die Zusammenarbeit in Gruppen werden die SchülerInnen dazu veranlasst, sich innerhalb ihrer Gruppe eigenständig zu organisieren und speziell vor dem Hintergrund der Pandemie geeignete Wege der Verständigung und Zusammenarbeit zu finden. Somit wird auch die soziale Kompetenz der SchülerInnen gefördert.

Was haben die Schülerinnen und Schüler selbst eingebracht?

Im Rahmen der Unterrichtsreihe „Sprache und ihr Einfluss auf Medien“ haben sich die SchülerInnen im Vorfeld Gedanken über mögliche Themen gemacht. Kriterien für ein gutes Erklärvideo/Podcast wurden gemeinsam erarbeitet. Zudem wurde mit Blick auf die zu erwerbenden Kompetenzen innerhalb des Unterrichtsvorhabens (Informierender bzw. argumentierender Text; Medien gestütztes Schreiben) eine Art Leitfaden vereinbart, welcher den SchülerInnen zur Orientierung diente. Im Hinblick auf das Medien gestützte Schreiben sollten die SchülerInnen die nötigen Informationen für ihre jeweiligen Themenfelder selbst recherchieren und dabei auf die Seriosität der Quellen achten. Damit wurden die SchülerInnen bereits an wissenschaftliches Arbeiten herangeführt, was eine gute Vorbereitung nicht nur auf die Facharbeit in der folgenden Jahrgangsstufe, sondern auch auf das Studium bietet.

Zudem waren der Kreativität und dem Engagement der SchülerInnen keine Grenzen gesetzt. So wurden z.B. die Videos mit Jingles unterlegt. Manche SchülerInnen boten sich zudem an, das Padlet künstlerisch zu gestalten. Auf diese Weise sind sehr individuelle Produkte entstanden.