Ein Wochenende an der Ostsee - zu Gast bei der Marine

Die Deutsch- und Englischlehrerin Frau Magdanz lie├č vor einiger Zeit einen Flyer im Unterricht herumgehen. Die ÔÇ×young leaders GmbHÔÇť l├Ądt zum ÔÇ×124. Jugend presse kongressÔÇť vom 21.-23. September 2012 nach Kiel ein. Das Thema lautete ÔÇ×Zukunft Marine ÔÇô Perspektiven f├╝r junge LeuteÔÇť. Da ich Journalist werden m├Âchte, bewarb ich mich dort. Dass die Marine ein Unterst├╝tzer des Events war, lie├č mich zu Anfang ein wenig stutzen. Trotzdem wollte ich unbedingt teilnehmen und wurde angenommen.

In Kooperation mit den Journalisten haben wir professionelle Beitr├Ąge f├╝r das Fernsehen sowie den Print- und Onlinebereich erstellt, welche die Karriere bei der Marine thematisiert haben. Ohne Vorlauf ging es am Morgen nach der Anreise los, wir wurden verschiedenen Gruppen zugeordnet und bekamen eine ausf├╝hrliche Einweisung in das journalistische Arbeiten.

Flottillenadmiral Thomas Jugel stellt sich den Fragen

Dieser theoretische Teil wurde durch den Vortrag des Psychologen Reinhard Werner erg├Ąnzt, der sich mit Zukunftsstrategien im 21. Jahrhunderts besch├Ąftigte und uns vor Augen f├╝hrte, dass wir f├╝r unsere Zukunft selber verantwortlich sind. Nach der anschlie├čenden Diskussion war Zeit f├╝r eine Show.Damit wir uns einen Eindruck von der Arbeit bei der Marine machen konnten, wurde eigens f├╝r uns eine Einsatz├╝bung gemacht. Fallschirmspringer, Minentaucher, Spezialeinheiten und Speedboote, die Bundeswehr hatte keine Kosten und M├╝hen gescheut, um sich vor uns von der besten Seite zu pr├Ąsentieren. Neben normalen Soldaten, Spezialeinheiten und Minentauchern stand uns sogar ein Flottillenadmiral zu jeder Frage Rede und Antwort

Bei der Einsatz├╝bung rettet ein Helikopter einen Schiffsbr├╝chigen

Nicht selten ging es dabei um moralische Themen oder die st├Ąndige Konfrontation mit der Gefahr. Zudem erkl├Ąrte uns ein Obermaat bei der F├╝hrung auf einem Minenjagdboot die technischen M├Âglichkeiten der Marine.  Ich war wirklich erstaunt, dass sich die Bundeswehr so ins Zeug gelegt hatte.

Aber auch ├╝ber den Einfluss von Boulevard-Zeitungen und den Umgang mit Informationen wurde mit Journalisten diskutiert, ebenso wie die Einstiegschance in diesem Berufsbereich sind.

Vor allem f├╝r mich war es sehr spannend, sich mit Christian Friedewald zu unterhalten. Es war f├╝r mich das erste Mal, dass ich mit jemandem sprechen durfte, der beim Axel-Springer-Verlag (Herausgeber von Bild, Welt, Morgenpost usw.) arbeitet. Wir haben mit einer ganzen Gruppe von Jugendlichen dar├╝ber geredet, wie solche Zeitungen arbeiten.

Spritztour mit dem Speedboot

Das Ergebnis der Gruppenarbeiten konnte sich sehen lassen. Zwei Gruppen haben richtige Aufkl├Ąrungsfilme f├╝r die Bundeswehr produziert. Sie durften dabei mit Kameram├Ąnnern, Tontechnikern und Cuttern zusammenarbeiten. Das Endprodukt waren zwei Werbespots f├╝r die Bundeswehr, sowie eine Karrierezeitung und ein Webmagazin inklusive Kurzvideos und Blogartikeln.

Doch das Beste an diesem Wochenende war das Kn├╝pfen neuer Kontakte. Ich habe neue Freundschaften mit jungen Leuten aus ganz Deutschland schlie├čen k├Ânnen.

Die frische Seeluft beim Abendessen genie├čen

Bayern,  Sachsen, Hamburg, ich kenne dort jetzt viele neue Leute. Zum Gl├╝ck wurde meine Bef├╝rchtung nicht erf├╝llt, dass es sich bei dem Event um reine Werbung f├╝r die Bundeswehr handelt. Klar, wir haben im Auftrag f├╝r die Marine Werbematerialien erstellt, doch dies hatte uns Herr Werner schon am  Anfang des Kongresses mitgeteilt. Trotzdem konnten wir pr├Ązise Fragen stellen und F├╝hrungskr├Ąften richtig auf den Zahn f├╝hlen.

Eine Schiffsrundfahrt durch den Kieler Hafen inklusive Abendessen hat das Wochenende abgerundet und zu einem gelungenen Ereignis gemacht. Ich habe viele Dinge gelernt und mit anderen, jungen Menschen dar├╝ber gesprochen, was bei uns in Deutschland schiefgelaufen ist. Ich freue mich schon darauf, diese Menschen bei Gelegenheit irgendwo wiederzutreffen. Zum Gl├╝ck kann man ├╝ber das Internet gut Kontakt halten und sich mit diesen Menschen austauschen.

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, die lange Fahrt von Paderborn nach Kiel auf sich zu nehmen!

von Patrick Reuter