Skifreizeit Gerlosplatte mit den Klassen 7a und 7c vom 8. bis16. März 2012

(Ein Erfahrungsbericht / EindrĂĽcke von Beate Bliedung)

Die Schülerinnen und Schüler einmal anders erleben und dick vermummt in Skikleidung mit Helm und Brille erst einmal gar nicht wiedererkennen, österreichische Spezialitäten, lustige Tagespläne, ein wohlverdientes Feierabendbierchen, tägliche Teezeremonie, der Wettkampf um den Stubenpokal oder den Titel des Pistenkönigs / der Pistenkönigin - das und noch so vieles mehr kann man auf der Skifreizeit erleben.

Ich hatte dieses Jahr das GlĂĽck, meine Klasse zur Gerlosplatte begleiten zu dĂĽrfen und bin voller EindrĂĽcke und Erlebnisse zurĂĽckgekommen.

Nicht nur, dass es am Ende alle geschafft haben, den Berg runterzukommen und also Ski fahren zu können, das Gemeinschaftsgefühl und dazu die grandiose Bergwelt sind umwerfend.

Die SchĂĽlerinnen und SchĂĽler der Sportschule lernen hier das Skifahren, gut; aber das ist bei Weitem nicht alles!

Sie lernen auĂźerdem ein gutes StĂĽck selbständig zu werden und sich zu organisieren. Auch wenn vielleicht noch die ein oder andere Mutter beim Kofferpacken Hand angelegt hat („Ist das dein T-Shirt?“ „WeiĂź nicht.“  „Hast du das eingepackt?“ „WeiĂź nicht, was Mama mir eingepackt hat.“ …), spätestens als es daran ging, das Gepäck nach der Nachtfahrt die steile Treppe herunter zu tragen, hat vielleicht der ein oder andere gemerkt, wozu eine Gewichtsbegrenzung gut sein kann...

Und auch das Beziehen der Betten und jeden Morgen das Bettenmachen will gelernt sein. Schließlich sollte das Zimmer immer ordentlich aussehen, denn da gibt es den berühmt-berüchtigten Stubenpokal, bei dem es nicht in erster Linie wichtig ist, Erster zu werden, sondern viel bedeutender, nicht letzter oder vorletzter zu werden, denn „den letzten beißen die Hunde“, will sagen: Wer verliert, darf am Ende alle Zimmer fegen und den Müll wegbringen.

Auch der Umgang mit der unhandlichen Skiausrüstung muss geübt werden und führt am Anfang zu allerlei Schwierigkeiten. Wie trägt man die schweren Ski und Stöcke, wenn man gleichzeitig in den unförmigen Schuhen herum eiert, die Handschuhe nicht verlieren darf und auch noch durch Helm und Brille ein eingeschränktes Sichtfeld hat?

Aber dann: endlich stehen alle auf den Skiern und auch die kleineren Probleme mit der ausgeliehenen Ausrüstung wie falsche Schuhgröße, wackeliger Helm usw. sind behoben.

Und nun geht es hinein in den Schnee, und das  fĂĽr einige auch wörtlich, denn auch das gekonnte Fallen will geĂĽbt sein. Aber sehr schnell waren die ersten Stemmbögen gekonnt in den Schnee gezaubert.

Ich bin beeindruckt von der Geduld der Sportlehrer, die hundertfach Skischuhe zumachen, verloren-verlegte Skistöcke, Handschuhe und Helme suchen helfen, kleinere Reparaturen durchfĂĽhren und Wehwehchen heilen (nun wissen alle, dass man wegen der Höhenluft mal Nasenbluten bekommen kann, welches aber mit etwas Schnee auf dem Nacken schnell wieder vorbeigeht, und dass sich  Schnee in einer PlastiktĂĽte hervorragend zum KĂĽhlen eignet), wiederholt erklären, wie man die Ski am Besten und fĂĽr alle ungefährlich transportiert und wie man mit dem Schneepflug bremst und und und.

Jeder durfte sich gut aufgehoben fĂĽhlen, und wenn einige mal nicht Skifahren konnten aus den unterschiedlichsten GrĂĽnden, dann hat Frau Baehr vor dem Abendessen einen Spaziergang durch  zwischengeschoben, damit sie auch mal an die Luft kamen und die Bergwelt im Sonnenschein genieĂźen konnten.

Besonders gut fand ich, dass die Kollegen sich nach jeder Einheit zusammen gesetzt haben, um die Gruppen den Fertigkeiten und Fortschritten gemäß neu einzuteilen (sogar Einzelunterricht in  besonderen Fällen war möglich, indem andere dann eine größere Gruppe betreuten), lustige Gruppennamen zu erfinden und den SchĂĽlern Rätsel aufzugeben ĂĽber den jeweiligen Gruppenleiter, z.B. durch Nennung des Geburtsmonats oder der Lieblingssportart / des LieblingsfuĂźballvereins usw.. Es bildeten sich jeweils SchĂĽlertrauben vor der Anschlagsäule, weil jeder wissen wollte, in welche Gruppe er „aufgestiegen“ war, was das Prinzip der Namen war (Bergflora, Skilift- oder HĂĽttennamen, österreichische Spezialitäten …) und wer sich wohl hinter „Borussia Dortmund“ oder auch „März“ verbarg.

Spaß haben ihnen auch der Singstar- und der Discoabend gemacht und für den notwendigen theoretischen Hintergrund (Pistenregeln, Bewegungsabläufe beim Skifahren, Geographie usw.) sorgte die tägliche Unterrichtseinheit am Nachmittag. Auch Benimmregeln galt es einzuhalten, wie den gemeinsamen Beginn der Mahlzeiten und anschließende Tischabwischen, das Rücksichtnehmen auf Langsamere durch Warten, das gegenseitige Helfen. Hier haben sich die beiden Klassen gut geschlagen! Für mich war erstaunlich, dass sie der Versuchung, sich Riesenberge aufzufüllen, widerstanden haben und nur sehr wenig Essensreste übrigblieben, das fand ich wie das Schlangestehen sehr diszipliniert.

AuĂźerdem habe ich selber auch noch viel darĂĽber erfahren, wie man SchĂĽlern das Skifahren beibringt, wie man motiviert (kleine Schneespiele) und SpaĂź an der Sache fördert  durch positive Aufmunterung.

Mein Fazit: Ich wĂĽrde gern wieder mitfahren!

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