Ehemalige Schüler des Reismann-Gymnasiums zum Studium nach Shanghai

Nadja Dyck, Michael Rempe, Sigrid Tenge-Erb

„Nadja und ich haben tolle Nachrichten: Wir wurden an der Tongji University in Shanghai angenommen und werden deshalb nächstes Jahr von Februar bis Ende Juni dort studieren!“

Diese Nachricht per E-Mail erreichte die ehemalige Chinesischlehrerin der beiden Studierenden just in dem Augenblick, als sie mit ihrer derzeitigen Schülergruppe in Shanghai aus dem Nachtzug von Xi’An aussteigen wollte! „Wie passend!“ war ihre Reaktion, denn Nadja Dyck und Michael Rempe waren auch schon vor einigen Jahren als Schüler mit dabei gewesen, das Land der Mitte auf einer Studienfahrt zu erkunden, und die brodelnde Geschäftsstadt Shanghai war auch damals ein wichtiger Programmpunkt gewesen.

Die beiden zweiundzwanzigjährigen Paderborner studieren im dritten Semester International Business an der FHDW in Paderborn. Ihr Sprachenschwerpunkt ist neben Englisch natürlich Chinesisch. Der Studiengang sieht vor, für ein Semester ins Ausland zu gehen und den Praxisbezug der Sprachen zu intensivieren. Was liegt nach drei Jahren Chinesisch-Unterricht am Reismann-Gymnasium näher als nach China zu gehen? „Wir können dort unsere Sprache im Bereich Business verbessern und Erfahrungen über die Wirtschaft in China sammeln,“ sagt Nadja, die bereits eine Lehre als Kauffrau im Groß- und Außenhandel bei der Firma Zumdieck-GmhB absolviert hat, „danach stehen uns neben Anstellungen in Deutschland oder Europa auch Möglichkeiten auf dem chinesischen Arbeitsmarkt offen.“ Michael hat ein dreimonatiges Praktikum bei der Shoe.com der Wortmanngruppe absolviert und erhofft sich durch seine profunden Chinesischkenntnisse auch bessere Chancen bei Bewerbungen.

„Warum habt ihr damals Chinesisch gewählt?“ fragt ihre ehemalige Lehrerin Sigrid Tenge-Erb. Michael war von den fremdartigen Schriftzeichen fasziniert: „Man verpasst etwas, wenn man kein Chinesisch lernt.“ Er wollte schon als kleiner Junge zur großen Mauer und zur Terrakotta-Armee. Nadja macht Mut: „Man muss sich auch mal etwas trauen, auch wenn die anderen komisch gucken.“

Vor Ort werden sie in chinesischen Familien wohnen, die Kontakte wurden durch den Ehemann ihrer Lehrerin hergestellt. Reger E-Mail-Austausch mit Fotos lässt die beiden sich schon jetzt wie zu Hause fühlen. Sie haben keine Sorgen, dass sie dort nicht zurechtkommen, und freuen sich auf die Abenteuer, die sie neben dem Studium erwarten. „Die Menschen sind so freundlich und aufgeschlossen,“ erinnert sich Nadja; „als wir damals auf unseren Schülerreisen die Fabriken besichtigten, fiel uns auf, wie jung die Mitarbeiter waren, alle waren unheimlich fleißig, und das bei vergleichsweise niedrigen Gehältern, aber sie sahen auch alle ganz zufrieden aus.“ Michael: „Beeindruckend war die Ausstattung der Fabriken, die Fertigungshallen waren modern, gut organisiert, hell und sauber, die Wohnheime waren mit riesigen Sportstätten, Räumen für Karaoke und Filmvorführungen ausgestattet.“

Nun bleibt den beiden noch die Last des Kofferpackens, und dann geht es in zwei Wochen los.