Freitag, 09.11.18
Alter: 31 Tage
Kategorie: Allgemeines

Vorbilder gelungener Integration

„Integration kann nur gelingen, wenn beide Seiten es wirklich wollen.“ Mit dieser Kernaussage unterstrich Projektleiter Jakob Fischer seinen Vortrag zum Thema „Migration und Integration am Beispiel der Deutschen aus Russland“ vor insgesamt 200 Oberstufenschülerinnen und -schülern des Reismann-Gymnasiums.


Fischers Projekt wird gefördert vom Bundesinnenministerium und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), denn die „Russlanddeutschen“ gelten als Vorbilder gelungener Integration.

Über Fragen der Einwanderung und Eingliederung von Ausländern und Asylanten in die deutsche Gesellschaft wird überall – und natürlich auch in der Schule - viel diskutiert. Wie Integration gelingen kann, zeigte Jakob Fischer mit seiner abwechslungsreichen und lebendigen Präsentation. Am Beispiel der Geschichte der Russlanddeutschen erläuterte der Referent ausführlich die Begriffe Heimat, Flucht, Vertreibung und Integration. Die begleitende Ausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ illustrierte exemplarisch die wechselvolle Geschichte der Russlanddeutschen seit dem 18. Jahrhundert, der Zeit Katharinas der Großen, und zeigte daneben aktuelle Beispiele für vorbildliche Integration. Etwa 2,4 Millionen Menschen sind als Aussiedler und Spätaussiedler seit dem Machtantritt Michail Gorbatschows (1985) aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland gekommen und gelten heute als deutsche Staatsangehörige. Fast alle gelten als sehr gut integriert.

Ein großer Teil der Schülerinnen und Schüler am Reismann-Gymnasium hat selbst einen „Migrationshintergrund“, was dem Projekt besondere Relevanz verlieh. Einige von ihnen sind Nachkommen Russlanddeutscher und daher mit den kulturellen Besonderheiten vertraut. Die Organisation des zweitägigen Projekts, das auch mit zahlreichen Vorurteilen („Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg.“) aufräumte, lag in den Händen der Fachschaft Russisch, deren Ziel es ist, „dass die Menschen Barrieren überwinden und offen miteinander sprechen“, wie Russischlehrer Werner Rüther betont. Dazu passte auch Jakobs Fischers Postulat: „Der wichtigste Schlüssel zur erfolgreichen Eingliederung ist und bleibt die Sprache“.

 

Auf dem Foto sieht man (v.l.) Russischlehrerin Olga Wagner sowie Vanessa Kasprzik und Julian Stieben aus den Jahrgangsstufe Q1 mit dem Referenten Jakob Fischer (re.).